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Thema und Hintergrund der Studie
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Thema und Hintergrund der Studie

Im Rahmen des DFG-Forschungsschwerpunktes "Professionalisierung, Organisation und Geschlecht" wurde am Soziologischen Seminar der Universität Göttingen zwischen Juli 1998 und Juni 2001 eine empirische Untersuchung über die Fächerwahlen und Karrieren der ersten Frauen an deutschen Universitäten durchgeführt. Ziel hierbei war es, die Möglichkeiten und die Veränderungen bei der Zulassung von Frauen zum Studium und zu Karrieren den Zeitpunkten zu zeigen, an denen Frauen zunächst als Gasthörerinnen, dann als Studentinnen und schließlich als wissenschaftliche Mitarbeiterinnen zugelassen wurden. Auf welche Hindernisse stießen die Frauen hierbei? Aus welchen sozialen Gruppen kamen sie (Vaterberuf, Religionszugehörigkeit, Nationalität)? Welche Fächer wählten die Frauen und inwiefern konnten sie ihr Studium und ihre akademischen Abschlüsse schließlich in eine wissenschaftliche Karriere umsetzen? Welche Diskurse bzgl. der "Männlichkeit" von Wissenschaft und Profession begleiteten die Veränderungsprozesse im Zuge der schrittweisen, formalen Zulassung von Frauen zu den Universitäten? Welche Förderungs- und Ausgrenzungsmechanismen wurden an den einzelnen Universitäten entwickelt?

Um Aussagen und Erklärungen über die Fächerwahlen und Karriereverläufe der ersten Studentinnengenerationen zu machen, bearbeiten wir die Fragestellung methodisch gesehen durch zwei Herangehensweisen: Zum einen erstellen wir auf statistischer Grundlage ein Faktorengeflecht auf der Basis der erhobenen Daten, die die relevanten Lebensabschnitte und Sozialfaktoren erfassen. Zum anderen überprüfen bzw. differenzieren wir unsere Hypothesen im Zusammenhang von Bildungssystem- und Universitätsentwicklung, Berufsständepolitik sowie dem Geschlechterdiskurs. Durch dieses Ineinandergreifen von quantitativem und qualitativem Vorgehen können Professionalisierungsstrategien im Zusammenhang mit gendering-Prozessen betrachtet werden. Der Wandel der Inhalte der sozial konstruierten Geschlechterdifferenz und der Geschlechterhierarchie wird so beispielhaft im historischen Umfeld der Immatrikulationsgenehmigung für Frauen an deutschen Universitäten untersucht. Auf diese Weise können Traditionslinien und Brüche bei der Herstellung und Aktualisierung der Geschlechterhierarchie innerhalb der akademischen Berufe analytisch erfasst und in ihrer Bedeutung für die heutige Situation beschrieben werden.

Theoretisch eingebettet ist diese Untersuchung in eine kritische Wertung von Professionstheorien und in die Theorie des doing gender im Kontext von Professionen. Dieser theoretische Ansatz sollte durch empirische Forschung in Universitäts- und Staatsarchiven verifiziert werden. Hierzu wurden über 6000 Datensätze von Hörerinnen, Studentinnen und Frauen in wissenschaftlichen Karrieren an ausgewählten Universitäten erfasst und statistisch ausgewertet.

Die Ergebnisse unserer Studie sind in mehreren Aufsätzen erschienen und anhand einer Dokumentation zugänglich, die über das Soziologische Seminar der Universität Göttingen abgefragt werden kann. Die Datenbank wird hier in anonymisierter Form zur Verfügung gestellt.