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Titel
Thema und Hintergrund der Studie
Datengrundlage
Statistische Auswertung
Möglichkeiten und Grenzen dieser Datenbank
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Veröffentlichungen
Dokumentation
Genannte Literatur

Datengrundlage

Um die Kontinuität und Diskontinuität der Fächerwahlen und Karriereverläufe von Frauen zu Beginn des Frauenstudiums zu erfassen, haben wir auf einander ergänzende Datenbestände zurückgegriffen, vor allem auf Universitätsakten, Personal- und Vorlesungsverzeichnisse und auf die Datensammlung zur deutschen Bildungsgeschichte, die von Hartmut Titze und seinen Mitarbeitern erhoben worden ist (Quakri ist die Abkürzung für den Namen des DFG-Projektes von Titze et al. "Qualifikationskrisen und Strukturwandel des Bildungssystems" (vgl. Müller / Zymek 1987; Titze 1987; Titze 1991). Bei diesen Quakri-Daten handelt es sich jedoch um aggregierte Daten. Wir können also auf dieser Basis keinerlei Aussagen über den Zusammenhang von Faktoren machen; so können wir aufgrund dieser Daten nicht feststellen, ob beispielsweise die soziale Herkunft die Entscheidung einer Studentin für ein bestimmtes Fach beeinflusst. Um diese Merkmalskombinationen auswerten zu können, haben wir personenbezogene Daten mit ihrer spezifischen Kombination sozialer und studiumsbezogener Informationen in Bezug auf Frauen erhoben, die entweder in Göttingen gehört / studiert haben oder bis 1945 eine wissenschaftliche Anstellung an einer der von uns ausgewählten Universitäten begonnen haben. Insgesamt handelt es sich hierbei um mehr oder weniger vollständige Datensätze von 6170 Frauen. Diese Datensätze enthalten - soweit die Quellen dies zuließen - Informationen zur sozialen Herkunft, zum Studium und zum Karriereverlauf. Nicht bei allen Frauen konnten wir Informationen zu allen drei zentralen Ebenen bekommen. Ergänzt haben wir unsere Informationen durch die Angaben von Elisabeth Boedeker und Maria Meyer-Plath (Boedeker 1935-1939; Boedeker / Meyer-Plath 1974).

Um den Zusammenhang von Faktoren erfassen zu können, haben wir selbst folgende Arten von Daten erhoben:

  • Eine Längsschnittuntersuchung aller Hörerinnen an der Universität Göttingen in den Jahren 1893-1908 mit Studienfach, Studienzweck, Zeitraum und Sozialdaten (Geburtsdatum, Religionszugehörigkeit, Nationalität, Vaterberuf/soziale Herkunft, Heirat sofern vorhanden) anhand der Sekretariatsakten im Göttinger Universitätsarchiv.

  • Eine Längsschnittuntersuchung aller Studentinnen der Universität Göttingen in den Jahren 1908-1933 mit Studienfach, Studienortwechseln, Zeitraum und Sozialdaten anhand von Personal- und Studierendenverzeichnissen sowie der Immatrikulationsverzeichnisse im Göttinger Universitätsarchiv. Diese soll vor allem die von den ersten Studentinnen bevorzugt gewählten Studienfächer erfassen und den Einfluss von sozialen Merkmalen auf die Studienfachwahl klären.

  • Untersuchungen über Studienfachwahl, Studienverlauf, Sozialdaten und Karriereverlauf der Frauen, die an ausgewählten Universitäten eine Anstellung gefunden haben. Als besonders ergiebig haben wir Berlin und München als Massenuniversitäten, Göttingen und Marburg als traditionelle sowie Hamburg und Köln als nach dem Ersten Weltkrieg neu gegründete Universitäten gewählt (Detailbegründung siehe Dokumentation). Durch diese Daten soll die Kombination von sozialen und universitären Einflussfaktoren, die eine Anstellung von Frauen in wissenschaftlichen Positionen an den Universitäten gefördert haben könnten, ausgewertet und nach ihren Auswirkungen bis heute befragt werden.

    Sämtliche dieser Datensätze wurden in einer von uns gestalteten Datenbank erfasst und statistisch wie unten beschrieben ausgewertet. Die Struktur der Datenbank wird in Abbildung 1 wiedergegeben.

    Primär zur Erfassung der Frauen sind die Angaben in den Tabellen "Namen", "Studium" und "Karriere". Die anderen Tabellen dienen der Gruppierung und Sortierung der vielfältigen Angaben und sind daher diesen drei Tabellen untergeordnet. So gibt es z.B. mehrere hundert verschiedene Angaben über den jeweiligen Beruf des Vater - daraus wurden Berufsgruppen und schließlich soziale Klassen gebildet (genauer siehe Dokumentation).